Wenn man
abends in die kalte Wohnung zurückkommt, heißt es erstmal: Heizung
aufdrehen. Und dabei machen viele schon den ersten Fehler, wie Sigrun
Krümmel von der Verbraucherzentrale Gelsenkirchen verrät: „Oft wird der
Thermostat dann auf die höchste Stufe gedreht, weil viele Leute glauben,
dann wird die Heizung schneller warm. Das stimmt so aber nicht – jede Zahl
auf dem Thermostat steht für eine bestimmte Raumtemperatur, das Heizen
geht aber nicht schneller, wenn man eine höhere Temperatur einstellt. Dann
wird es lediglich mit der Zeit immer heißer…“
Krümmel rät
dazu, sich die Zeit zu nehmen, um sich mit der eigenen Heizung vertraut zu
machen. „Denn leider sind die Thermostate nicht genormt, deshalb kann man
nicht automatisch sagen, Stufe vier steht für 20 Grad Raumtemperatur. Das
ist bei jeder Heizung anders.“

Zudem sein es
wichtig, dass Thermostatventil und Raum-Temperaturfühler gut aufeinander
abgestimmt seien. „Beides darf zudem nicht zugestellt oder von Vorhängen
verdeckt sein. Sonst kann das System die aktuelle Raumtemperatur nicht
ermitteln“, sagt Krümmel. Die Folge: Die Wärme staut sich, die Heizung
schaltet einen Gang runter, und das Zimmer beleibt kalt. Auch Armin Hardes
vom Referat Umwelt der Stadt rät, das Heizverhalten gründlich unter die
Lupe zu nehmen. „Bei manchen Leuten fragt man sich, wofür sie konstante 25
Grad im Wohnzimmer brauchen“, sagte er. Und: „Jedes Grad, das man
herunterschaltet, spart etwa sechs Prozent Heizenergie ein und damit auch
CO2.“
Eine Tabelle
der Energie-Argentur NRW zeigt: Bei 20 Grad Raumtemperatur verbraucht eine
Ölheizung rund 500 Liter Heizöl pro Jahr und belastet die Umwelt mit 1500
kg CO2. Wird das Zimmer auf 22 Grad aufgeheizt, werden jährlich 60 Liter
Heizöl mehr verbraucht und die CO2-Belastung steigt um rund 200 kg an. Die
Skala ist nach oben offen.
„Das ist
nicht nur eine Umweltfrage, sondern bei den heutigen Energiepreisen auch
viel Geld. Davon kann man lieber mal nett essen gehen“, sagt Krümmel. (…)
Quelle: WAZ,
09.03.2007, Serie: Klimaschutz, Lokalteil Buer, Horst, Westerholt